Studie: Digitalisierung der Bauwirtschaft

Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Auch nicht auf dem Bau.

Mittlerweile erkennt eine große Mehrheit der Beteiligten in der Baubranche welche umfassenden Auswirkungen die Digitalisierung auch auf ihre Branche haben wird. Zu diesem Schluss kommt eine jetzt veröffentlichte Studie von Roland Berger.

Das Bewusstsein für die Bedeutung des Megatrends Digitalisierung ist vorhanden, jedoch mangelt es gewaltig an der Umsetzung. 93 Prozent der befragten Unternehmen stimmen laut Roland Berger der Aussage zu, dass die Digitalisierung die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird. Allerdings nutzen bislang weniger als 6% der Bauunternehmen digitale Planungsinstrumente vollständig. Jedes der befragten Unternehmen gesteht sogar ein, seine Digitalisierungspotentiale bislang nicht vollständig auszuschöpfen.

Die langsame Umsetzung ist vor einem anderen Hintergrund noch schwerer nachvollziehbar. Denn die Produktivität innerhalb des Bausektors in den vergangenen zehn Jahren lediglich um 4 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Wirtschaft verbesserte ihre Produktivität in diesem Zeitraum um 11 Prozent. Einzelne Teilbereiche wie das verarbeitende Gewerbe erreichten sogar eine Steigerungsrate von bis zu 34 Prozent. In anderen europäischen Ländern verzeichnete die Bauindustrie sogar eine rückläufige Entwicklung. In Italien und Spanien sank die Produktivität im Bausektor zwischen 2010 und 2015 um 5% pro Jahr, Frankreich konnte ein minimales Wachstum von 1% pro Jahr verzeichnen.

4 Hebel für mehr Produktivität: Digitale Daten, Digitaler Zugang, Automation und Netzwerke

Zur Verbesserung der Produktivität durch die Unternehmen hat Roland Berger 4 Hebel ausgemacht:

  • Digitale Daten: Die elektronische Erhebung, Auswertung und mehrwertschaffende Nutzung von Daten
  • Automation: Einsatz neuer Technologien, die autonom arbeitende, selbst organisierende Systeme erschaffen
  • Netzwerke: Vernetzung und Synchronisation bislang voneinander getrennter Aktivitäten
  • Digitaler Zugang: Mobiler Zugriff auf das Internet und interne Netze für Kunden und Lieferanten

Eine Erkenntnis der Studie zielt darauf ab, dass den Akteuren der Baubranche vor allem Ansätze fehlen, wie sich die Vorteile der Digitalisierung auf den Stufen der Wertschöpfungskette umsetzen lassen. Im Folgenden sind exemplarisch einige Ansätze und Entwicklungen dargestellt, die für Beteiligte der Bauindustrie einen großen Einfluss auf das Geschäft entfalten können und in der Umsetzung soweit etabliert sind, dass sie unmittelbar für die Unternehmen echte Vorteile bieten:

  1. Elektronische Ausschreibungen werden zum Standard
  2. Digitale Plattformen zur Beschaffung sparen Geld & Zeit
  3. Intelligentere Baustellenlogistik reduziert Lohnkosten
  4. Drohnen & Roboter sorgen für mehr Produktivität
  5. Digitalisierung der Produktion von Bauzulieferunternehmen
  6. Digitaler Vertrieb ermöglicht direkteren Service
  7. Nach dem Projekt – Digitale After-Sales-Tools
  8. Methode BIM für weniger Fehlplanungen, schnelle Kalkulation und mehr Alternativen

“Unternehmen müssen lernen, alle Digitalisierungshebel auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette einzusetzen, um die Produktivität bestmöglich zu steigern”, so Philipp Hoff, Co-Autor der Studie. “Bislang ist hier nicht viel passiert: In keinem der von uns befragten Unternehmen wurde die Digitalisierung bisher konsequent über alle Bereiche umgesetzt.”

Das Fazit der Studie:

Das “Bauunternehmen der Zukunft” lässt sich mit digitalen Tools punktgenau mit Material beliefern, sodass die Kosten für Lagerung und Transport sinken und die Effizienz steigt. Es beschafft sich die Materialien auf elektronischen Portalen und optimiert damit nicht nur die Preise, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten.

Unternehmen stehen jetzt vor der Herausforderung, zu entscheiden, welche Ansätze für Sie passend sind und wie sich diese umsetzen lassen. Gerne zeigen wir Ihnen auf, wie wir Sie dabei unterstützen können.

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Patrick Reininger
Geschäftsführer bei PMG Projektraum Management GmbH

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